Trauergedichte

Du suchst ein besonderes Trauergedicht – vielleicht, weil du ein Kondolenzschreiben verfassen willst oder weil du eine Traueranzeige formulieren musst? Die herkömmlichen Trauerverse erscheinen dir abgenutzt und sagen nicht das, was du ausdrücken möchtest?

Eine einsame, verwelckte Blume...Du hast Recht. Es ist nicht ganz einfach, Trauer oder Anteilnahme angemessen und persönlich zu formulieren.

Auf unserer Seite „Trauergedichte“ wirst du aber mit Sicherheit finden, was du suchst. Unsere „Trauergedichte“ sind mehr als die altbekannten Verse über Tod, Abschied, Sterben und Trennung.
 
Traurige Gedichte können Mitgefühl, Trauer und Beileid sehr persönlich und auf poetische Weise zum Ausdruck zu bringen.

Auch wenn es seltsam klingt: ein gutes Trauergedicht ist wie ein schönes Liebesgedicht. Es drückt starke Gefühle aus und kleidet sie in eindrückliche Bilder.

Ein trauriges Gedicht sagt oft mehr aus als ein langer Trauertext und kann sogar tröstend wirken wie das folgende Gedicht über den Tod und Sterben:

Wenn Engel einsam sind

Wenn Engel einsam sind
in ihren Kreisen,
dann gehen sie von Zeit
zu Zeit auf Reisen.

Sie suchen auf der ganzen Welt
nach ihresgleichen,
nach Engeln, die in Menschgestalt
durchs Leben streichen.

Sie nehmen diese mit
zu sich nach Haus –
für uns sieht dies Verschwinden
dann wie Sterben aus.

Renate Eggert-Schwarten

Besonders beim Verlust eines Kindes scheint mir das vorangegangene Trauergedicht passend. Die nächsten – christlichen – Trauerverse beschäftigen sich ebenfalls mit dem Tod eines Kindes.

Auf den Tod eines Kindes

Du kamst, Du gingst mit leiser Spur,
ein flücht'ger Gast im Erdenland;
woher? Wohin? Wir wissen nur:
Aus Gottes Hand in Gottes Hand.

Ludwig Uhland

Gedichte zum Abschied

Abschiede und Trennungen können ebenfalls traurig machen. Für solche leichteren Formen der Trauer könnte das nächste Gedicht passend sein.

Lachen und Weinen

Lachen und Weinen
Freude und Trauer
sind, wie wir wissen,
zumeist nicht von Dauer.

Beim Lachen ist’s schade,
beim Weinen nicht,
denn wer zeigt der Welt gern
sein feuchtes Gesicht?

Und dennoch gehören Weinen und Lachen
eben zu jenen besonderen Sachen,
die aus uns Geschöpfen Menschen machen.

Renate Eggert-Schwarten

Von Michelangelo stammen die nächsten Beileidsverse. Sie werden häufig stark verkürzt als Trauertext verwendet. Hier ist das Gedicht über Tod und Abschied als Ganzes.

Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch, ich geh in eure Träume,
da uns, die wir vereint, Verwandlung traf.

Ihr glaubt mich tot, doch dass die Welt ich tröste,
leb ich mit tausend Seelen dort,
an diesem wunderbaren Ort,
im Herzen der Lieben. Nein, ich ging nicht fort,
Unsterblichkeit vom Tode mich erlöste.

Michelangelo Buonarroti

Trauertexte

Einige kurze, aber intensive Zeilen von Friedrich Hölderlin lassen sich ebenfalls als Beileidstext verwenden. Er lässt seinen Hyperion zum Abschied an die Geliebte sagen:

Ich würde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern,
in alle Formen mich kleiden,
in alle Sprachen des Lebens,
um dir einmal wieder zu begegnen.

Friedrich Hölderlin

Eine Rose in schwarz-weißEin Trauergedicht ist der nächste Text nicht. Dennoch habe ich ihn hier abgedruckt, denn er ist einer der schlichtesten und tröstlichsten Trauertexte, die ich kenne.

Es ist ein jüdisches Gebet, das an alle Verstorbenen erinnert, aber auch leicht verändert für einen einzelnen Menschen gesprochen oder geschrieben werden kann.

Beim Aufgang der Sonne
und bei ihrem Untergang
erinnern wir uns an sie;
Beim Wehen des Windes
und in der Kälte des Winters
erinnern wir uns an sie;
Beim Öffnen der Knospen
und in der Wärme des Sommers
erinnern wir uns an sie;
Beim Rauschen der Blätter
und in der Schönheit des Herbstes
erinnern wir uns an sie;
Zu Beginn des Jahres und wenn es zu Ende geht, erinnern wir uns an sie;
Wenn wir müde sind
und Kraft brauchen,
erinnern wir uns an sie;
Wenn wir verloren sind
und krank in unserem Herzen
erinnern wir uns an sie;
Wenn wir Freude erleben,
die wir so gern teilen würden
erinnern wir uns an sie;
So lange wir leben,
werden sie auch leben,
denn sie sind nun ein Teil von uns,
wenn wir uns an sie erinnern.

jüdisches Gebetbuch

Ein wunderschöner Trauertext, nicht wahr?

Aber vielleicht suchst du ja ein speziell christliches Trauergedicht. Dann könnte das nächste vielleicht das richtige sein.

Ein christliches Trauergedicht

Du bist der, von dem ich komme,
Du bist der, zu dem ich gehe.
In des Alltags Widrigkeiten
spür ich Dich in meiner Nähe.

Du bist der, von dem ich komme,
Du bist der, zu dem ich gehe,
und mein Päckchen trägt sich leichter,
wenn ich dabei auf Dich sehe.

Dieses Wissen, dass Du da bist
stärkt mich dort, wo ich grad stehe.
Du bist der, von dem ich komme,
Du bist der, zu dem ich gehe.

Renate Eggert-Schwarten

Gedichte über den Tod

Zwei Gedichte von Rilke gehören zu den schönsten und tiefsinnigsten Gedichten, die je über den Tod gemacht wurden.

Schlussstück

Der Tod ist groß,
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

Rainer Maria Rilke

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen.  Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Wenn du einen sehr persönlichen Ausdruck von Trauer suchst, dann kann das nächste unserer Trauergedichte passend sein.

Du nahmst alle Farben mit

Du nahmst alle Farben mit.
Die Welt liegt schleiermatt
um mich herum wie ein Entwurf,
der keine Zukunft hat.

Kann meine Seele heller werden,
und Atmen wieder leicht?
Ist Hoffnung, dass der Schmerz jemals
erneuter Freude weicht?

Mein Glück ist fort.
Ein neues nicht in Sicht.
Doch sollte es mich überraschen -
vergessen werde ich Dich nicht.

Renate Eggert-Schwarten

Zum Abschluss ein eher philosophisches Trauergedicht, das sich als Trauertext für eine Anzeige genauso eignet wie für eine Beileidskarte.

Wer weiß

Wir kommen, wer weiß, woher.
Wir gehen, wer weiß, wohin.
Wir sind wie die Welle im Meer
allein und doch darin.

Wir sind wie das Licht ein Teilchen
und ebenso ein Strahl.
Wir sind auf der Erde ein Weilchen
und vielleicht ein ums andere Mal.

Wer weiß, woher wir gekommen,
wer weiß, wohin wir gehen?
Es bleibt für uns  verschwommen,
bis wir selbst am Ende stehen.

Renate Eggert-Schwarten

Ich hoffe, dass mit dieser Auswahl an Trauergedichten auch etwas für dein Anliegen dabei war. Wir haben uns bemüht Trauergedichte zu schreiben und zu präsentieren, die nicht alltäglich sind.

Kennst du andere traurige Gedichte, Trauertexte, Trauerverse, Trauersprüche oder Trauergedichte, die auf unsere Seite passen? Wir freuen uns über alle Anregungen zu diesem Thema und erweitern unsere Seite „Gedichte zur Trauer“ gerne damit.

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