Romantische Gedichte
Suchst Du romantische Gedichte? Gedichte, die Romantik förmlich in die Atmosphäre sprühen und das gewisse Etwas für jede Liebe sind? Prima, denn hier findest du eine spezielle Auswahl romantischer Verse und Sprüche welche genau das bieten.
Romantische Gedichte hat es in der Poesie zu allen Zeiten gegeben. In der Literatur war die Romantik die klassische Epoche, die vom Ausdruck tiefer, auch dunkler, leidenschaftlicher Gefühle geprägt war. Romantische Verse und Reime beschrieben bewegende Empfindungen für die Natur und natürlich in der Liebe.
Wir verbinden mit dem Ausdruck „romantische Gedichte“ heute meistens
die poetische Form des Liebesgedichts.
Hier findest du sowohl alte als auch neue romantische Gedichte für den
Liebesbrief, als Liebesgedicht, als besonderes Geschenk zum Geburtstag oder
Jahrestag oder einfach so zum Genießen.
Die ersten drei Gedichte sind keine Liebesgedichte, aber dennoch romantisch, bewegend und gefühlsintensiv:
Mondnacht
Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Gegenwart
Dunkle Bäume, hoch und still.
Luft, die nichts bewegen will.
Wasser, gläsern, unberührt,
das das Licht in Bahnen führt.
Niemand, der die Stille stört,
nichts, was nicht hierher gehört.
Zukunft und Vergangenheit
werden hier zu einer Zeit
ganz besondrer Art.
Gegenwart.
Ich bin so gerne einsam
denn in der Einsamkeit kann sich die Stille voll
entfalten;
der Augenblick, das Jetzt, dehnt sich unendlich
dann.
Es ist, als habe jemand Großes seinen Atem angehalten
und damit auch das Weltgeschehen - einen Lidschlag lang.
Die folgenden romantischen Gedichte beschäftigen sich mit der Empfindung, die in uns Menschen wohl die stärksten Gefühle entfesselt, mit der Liebe:
Seliger Tod
Gestorben war ich
Vor Liebeswonne:
Begraben lag ich
In ihren Armen;
Erwecket ward ich
Von ihren Küssen;
Den Himmel sah ich
In ihren Augen.
Deine Liebe
färbt meinen grauen Alltag bunt,
belebt mich wie ein Glas Champagner und
beruhigt mich im nächsten Augenblick,
ist wie ein warmer Pelz aus einem Stück,
stillt meine Sehnsucht
und ruft neue gleich hervor,
erlöst mich,
bindet mich
befreit mich
verwandelt uns.
Alles im Griff
Früher
schwamm mir kein Fell davon
nie führte der Fluss
Hochwasser.
Die Schäfchen
im Trockenen
brauchten sich vor nichts zu fürchten.
Der Risikofaktor
tendierte
gegen
Null.
Unverletzbar
war die Hüterin dieser Welt,
bevor du kamst.
Einen Menschen wissen...
Einen Menschen wissen,
der dich ganz versteht,
der in Bitternissen
immer zu dir steht,
der auch deine Schwächen liebt
weil du bist sein;
dann mag alles brechen
du bist nie allein.
Wenig bekannt sind die romantischen Gedichte von Betty Paoli, die Verse voller Leidenschaft schrieb, die hier nicht fehlen sollen:
Mein Leben ist wie leise See
Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
aufgestörte Wünsche ziehn
darüber wie silberne Möven.
Und dann ist alles wieder still. . .
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen.
Wandlung
Ach, wie sehn ich mich nach dir,
Kleiner Engel! Nur im Traum,
Nur im Traum erscheine mir!
Ob ich da gleich viel erleide,
Bang um dich mit Geistern streite
Und erwachend atme kaum.
Ach, wie sehn ich mich nach dir,
Ach, wie teuer bist du mir,
Selbst in einem schweren Traum.
Rainer Maria Rilke hat einige der schönsten romantischen Gedichte geschrieben. Zum Schluss hier zwei klassische Liebesgedichte von ihm:
Lösch mir die Augen aus ...
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,
und ohne Füße kann ich zu dir gehen,
und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab, ich fasse dich
mit meinem Herzen wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du in mein Hirn den Brand,
so werd ich dich auf meinem Blute tragen.
Wenn es nur einmal so ganz stille wäre
Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:
Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.
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