Alte Liebesgedichte

Alte Liebesgedichte aus der deutschen Literatur sind eine wunderschöne Liebeserklärung. Verse, über die Liebe oder Reime und Sprüche an einen geliebten Menschen dienten zu allen Zeiten als Ausdruck tiefer Gefühle.

Alte Liebesgedichte können auch heute noch ein passender Einstieg z. B. für einen Liebesbrief sein. Auf edlem Papier geschrieben kommen gerade alte Liebesgedichte besonders zur Geltung.

Die Lyrik bedeutender Dichter und Dichterinnen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert findest du hier zu einer kleinen Liebesgedichtsammlung zusammengestellt.

Das erste und älteste Gedicht wirkt etwas altertümlich in der Sprache, aber es hat einen sehr jungen Humor:

An die Cynthia.

Du gabest mir zwey Küß
ich gab dir wieder zwey.
Jetzt zürnest du mit mir
und schlegst die Augen nieder.
Weil ich nun hör
daß es dir zu entgegen sey,
Geb ich dir deine Zwey
gib du mir Meine wieder.

Martin Opitz (1597-1639)

Sehr inbrünstig ist das folgende alte Liebesgedicht:

Erinnerung

Ich denke dein im trauten Kreis der Freunde,
Ich denke dein in dem Gewühl der Schlacht,
Ich denke dein beim Neidgezisch der Feinde,
Und wenn die Felsenkluft vom Donner kracht.

Ich denke dein im finstern Stadtgewühle
Und in dem Tal, wo nur der Hirte pfeift,
Ich denke dein in sehnsuchtsvoller Stille
Und auf dem Feld, wo schon die Ähre reift.

Ich denke dein, ich sitze oder stehe,
Du schwebst, o Traute, überall um mich
Und, wenn in stiller Schwermut leis ich gehe,
Vergeß ich alles, alles; nur nicht dich.

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Heinrich Heine, der große Dichter geistreicher und oft ironischer Poesie, gibt sich im folgenden Liebesgedicht ernst und gefühlvoll:

Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

Heinrich Heine (1797-1856)

Das nächste Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer ist wieder eher amüsant:

Unruhige Nacht

Heut ward mir bis zum jungen Tag
Der Schlummer abgebrochen,
Im Herzen ging es Schlag auf Schlag
Mit Hämmern und mit Pochen.
Als trieb sich eine Bubenschar
Wild um in beiden Kammern,
Gewährt hat, bis es Morgen war,
Das Klopfen und das Hammern.
Nun weist es sich bei Tagessschein,
Was drin geschafft die Rangen;
Sie haben mir im Herzensschrein
Dein Bildnis aufgehangen!

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

Die folgenden drei Liebesgedichte sind sehr gefühlsbetont und beinahe schwärmerisch:

Getrennt, Vereint

Seit du von mir weggegangen,
O welch brennendes Verlangen
In mir aufgelodert ist!
Ja! ich mußte dich vermissen,
Um zu lernen, um zu wissen,
Wie so süß, du Liebster! bist.

Rings umrauscht vom Sturmesgrimme
Scheinet deine theure Stimme
Nur noch süßer meinem Ohr;
Aus der Nacht voll finstern Qualen
Taucht in nur noch hellern Strahlen
Deiner Schönheit Glanz empor.

Mehr als in Besitzes Flammen
Schauert Herz in Herz zusammen
Bei der Trennung dunkelm Weh,
Und die Seele, bang und trübe,
Flüchtet sich in ihre Liebe
Wie zum Quell das wunde Reh.

Schweigendste der Einsamkeiten,
Wolle du dich schirmend breiten
Um mein träumerisches Herz,
Daß, in tiefem Weltvergessen,
Es sich hingeb' unermessen
Einem einz'gen Glück und Schmerz.

Betty Paoli (1814-1894)

Ich bin mir meiner Seele

Ich bin mir meiner Seele
In deiner nur bewußt,
Mein Herz kann nimmer ruhen
Als nur an deiner Brust!
Mein Herz kann nimmer schlagen
Als nur für dich allein.
Ich bin so ganz dein eigen,
So ganz auf immer dein. - -

Theodor Storm (1817-1888)

Lobgesang

Wie das Meer
ist die Liebe:
unerschöpflich,
unergründlich,
unermeßlich:
Woge zu Woge
stürzend gehoben,
Woge um Woge
wachsend verschlungen,
sturm- und wetter-geberdig nun,
sonneselig nun,
willig nun dem Mond
die unaufhaltsame Fläche -
doch in der Tiefe
stetes Walten ewiger Ruhe,
ungestört,
undurchdringbar dem irdischen Blick,
starr verdämmernd in gläsernes Dunkel -
und in der Weite
stetes Wirken ewiger Regung,
ungestillt,
unentwirrbar dem irdischen Blick,
wild verschwimmend im Licht der Lüfte:
Aufrausch der Unendlichkeit
ist das Meer
ist die Liebe.

Richard Dehmel (1863-1920)

Geht es um alte Liebesgedichte, dann darf die Lyrik Rainer Maria Rilkes nicht fehlen. Hier sind zwei seiner Gedichte:

Mein Herz

Ich weiß nicht, was ich habe,
mir ist ums Herz so schwer.....
Ums Herze? Ach was sag ich -
ich hab doch keines mehr.
Seit ich, mein Glück, dich kenne,
du süßes Liebchen mein,
vom ersten Augenblicke
an wars ja doch schon dein.
O mögst du es behalten,
damit es stets so blieb -
es soll ja dir gehören,
nur dir, mein süßes Lieb!
Giebs nie mehr mir zurücke -
es schlägt dir ja in Treu -
und willst du's nicht mehr haben
mein Schatz, dann brichs entzwei.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Liebeslied

WIE soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Alte Liebesgedichte - Johann Wolfgang von Goethe, denkst du nun vielleicht?
An dieser Stelle möchten wir auf unsere Seite „Liebesgedicht Goethe“ verweisen. Dort findest du eine Reihe von alten Liebesgedichten aus Johann Wolfgang von Goethes Feder.

Wir hoffen, du hast hier Verse gefunden, die dich berührt haben und die passend für deine Zwecke sind. Hast du Vorschläge, welche Verse, Sprüche, Reime oder Gedichte wir noch auf dieser Seite „alte Liebesgedichte“ aufnehmen könnten, dann schreib uns bitte hier.

Wir freuen uns über alle Anregungen und Ergänzungen.

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